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Vor dem Gesetz

Vor dem Gesetz

English: Before the Law

A surreal parable about a man from the country who seeks entry into “the law” but is stopped by a formidable gatekeeper. The gatekeeper tells him he cannot enter at the moment, prompting the man to wait by the open gate for his entire life. In the man's final, dying moments, the gatekeeper reveals that this specific entrance was made exclusively for him and will now be shut forever.

Vor dem Gesetz steht ein Türhüter. Ein Mann vom Lande kommt zu ihm und bittet um Eintritt in das Gesetz. Aber der Türhüter sagt, dass er ihm den Eintritt jetzt nicht erlauben kann. Der Mann überlegt und fragt dann, ob er später eintreten darf.

„Es ist möglich“, sagt der Türhüter, „aber jetzt nicht.“

Das Tor zum Gesetz steht offen wie immer, und der Türhüter tritt zur Seite. Da bückt sich der Mann, um durch das Tor in das Innere zu sehen. Als der Türhüter das merkt, lacht er und sagt:

„Wenn es dich so reizt, versuche es trotz meines Verbots hineinzugehen. Aber merke: Ich bin mächtig, und ich bin nur der unterste Türhüter. Von Saal zu Saal stehen weitere Türhüter, einer mächtiger als der andere. Schon den Anblick des dritten kann nicht einmal ich mehr ertragen.“

Solche Schwierigkeiten hat der Mann vom Lande nicht erwartet. Er denkt, dass das Gesetz doch für jeden und immer offen sein soll.

Doch jetzt sieht er den Türhüter genauer an: den Pelzmantel, die große Spitznase und den langen, dünnen, schwarzen Tartarenbart. Da entschließt er sich, lieber zu warten, bis er die Erlaubnis zum Eintritt bekommt. Der Türhüter gibt ihm einen Schemel und lässt ihn neben der Tür sitzen.

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