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Als die Deutschen selbst Auswanderer waren

Als die Deutschen selbst Auswanderer waren

English: When the Germans were the emigrants

Based on reporting by Deutsche Welle. Independently rewritten from the facts into graded German by Mitlesen — not a translation of the original article.

Today many people come to Germany. It used to be quite different. Back then there were many emigrants from Germany. In the 19th century life was often hard. There was little work and little food. That is why there were six million emigrants to America. Today Germany is a country of immigration. In 2025, 21.8 million people had an immigration history. That is 26.3 percent of all people in Germany. Germany was a country of emigration for a long time. Today it is a country of immigration.

Als die Deutschen selbst Auswanderer waren in English

Every German sentence is paired with its English translation — turn it on below, or read the German on its own. In the app the same text also reads in Persian, Turkish and Arabic.

Wenn heute über Zuwanderung gestritten wird, gerät eine Tatsache leicht in Vergessenheit. Lange Zeit war Deutschland kein Ziel, sondern ein Ausgangspunkt.

Im 19. Jahrhundert wanderten rund sechs Millionen Deutsche nach Amerika aus. Die Bevölkerung wuchs stark, Arbeit war knapp, dazu kamen Missernten und Hunger. Eine Überfahrt mit dem Segelschiff kostete ungefähr das Jahresgehalt eines Handwerkers. Viele Familien verkauften dafür ihren gesamten Besitz.

Auch der Ton gegenüber den Deutschen war rau. Im 18. Jahrhundert warf Benjamin Franklin ihnen vor, sie würden Sprache und Sitten des Landes nie annehmen.

Deutschland war dabei kein Sonderfall. Zwischen 1800 und dem Ersten Weltkrieg verließen etwa 60 Millionen Menschen Europa. Der Historiker Jochen Oltmer nennt Migration einen Normalfall der menschlichen Geschichte.

Erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts drehte sich die Richtung um. Ab 1956 kamen Arbeitskräfte aus Italien, Griechenland, Spanien, Portugal, Jugoslawien und der Türkei. Bis zum Anwerbestopp 1973 waren es rund 14 Millionen. Ungefähr drei Millionen richteten sich dauerhaft ein. Als Einwanderungsland verstand sich die Bundesrepublik trotzdem lange nicht.

Die Zahlen von heute erzählen eine andere Geschichte. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lebten 2025 rund 21,8 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Deutschland. Das sind 26,3 Prozent der Bevölkerung.

Von ihnen sind 16,4 Millionen selbst eingewandert. Am häufigsten wurden sie in Polen, der Türkei, der Ukraine, Russland oder Syrien geboren. Ohne die wachsende Zuwanderung wäre die Bevölkerung 2025 deutlich geschrumpft.

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